Gegen starke internationale Konkurrenz weiteres Lehrgeld gern bezahlt
- thorsten-horn2
- vor 15 Stunden
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Robin Siegert startete im Moto4 Europe Cup auf dem MotoGP-Kurs in Valencia
Einen guten Monat nach seinem überlegenen vorzeitigen Titelgewinn im Moto4 Northern Cup und ein paar erholsamen Tagen kehrte Robin Siegert am vergangenen Wochenende ins Rennfahrerleben zurück. In Valencia stand der fünfte von sieben Läufen zum Moto4 Europe Cup auf dem Programm. Bei diesem ging es für den 15-jährigen Piloten vom Team Kiefer Racing und zudem Schützling der Ex-Rennfahrer Philipp Hafeneger, Stefan Nebel und Dario Giuseppetti in erster Linie wieder darum, zu lernen und sich auf im nächsten Jahr größere internationale Herausforderungen vorzubereiten.
Dass der überwiegend im Motorsport-Mekka Spanien ausgetragene Moto4 Europe Cup einen ganzen Zacken schärfer ist als der überwiegend von Deutschland aus koordinierte Moto4 Northern Cup, hatte Robin Siegert schon bei seinen vorherigen drei Einsätzen in diesem Jahr erkennen müssen. Dabei stand erst eine Qualifikation für die Hauptrennen zu Buche, wenngleich diese infolge einer nicht weiter tragischen Verletzung nicht zum Tragen kam. Etwas begünstigt war die Quali im französischen Magny Cours von der Tatsache, dass etwas weniger Probanden als auf der iberischen Halbinsel am Start waren.

Auf dem Circuito de la Comunitat Valenciana Ricardo Tormo vor den Toren der drittgrößten Stadt Spaniens bewarben sich 59 Starter/innen um 30 Startplätze für die beiden tatsächlich relevanten Rennen. Robin Siegert gehörte zu jenen Akteuren, die die direkte Qualifikation im Zeittraining verpassten, ins Last-Chance-Rennen mussten und in diesem hätten Erster oder Zweiter werden müssen, um noch nachzurücken. Dies misslang dem Teenie aus Pockau-Lengefeld im Erzgebirge, wozu es aber wieder stichhaltige Gründe gab. Zum einen agiert man im Lernjahr im Moto4 Europe Cup mit einem schmalen Budget und konzentriert sich auf notwendige Fortschritte im Hinblick auf 2027 im gleichen Haifischbecken. Zum anderen ließ der Nachwuchs-Racer die ihm sonst gegebene Lockerheit etwas vermissen.
„Ich selbst habe am Anfang des Rennwochenendes ein paar Fehler gemacht. Ich glaube, ich war zu verbissen, weil ich nicht gleich in einen gewissen Flow kam, da mir die wichtigen Trainingskilometer fehlten, die sich die meisten Fahrer beim Test eine Woche zuvor an gleicher Stelle geholt hatten“, ging er anschließend mit sich selbst hart ins Gericht.

Wie sein Vater Steffen Sachse verriet, hatte man bewusst auf den erwähnten Test verzichtet. Dazu erklärte er: „Das macht nur Sinn, wenn man zwei gleiche aber unterschiedlich konfigurierte Motorräder hat und man knallhart aussortieren kann. Die haben wir nicht, weil Robin mit nur einem Motorrad, und das aus der dritten technischen Garde, so viel wie möglich auf diesem internationalen Terrain lernen soll. Wir wollen unsere Jetons im nächsten Jahr setzen.“
Ungeachtet der genannten Begleitumstände bzw. gerade deshalb war Robin Siegert nicht enttäuscht, sondern schätzte realistisch ein: „Generell war es wieder ein sehr lehrreiches Wochenende. Ich konnte von Freitag auf Samstag einen ziemlich guten Schritt machen und meine Zeiten stark verbessern. Auf solche Dinge kommt es uns aktuell an.“
In das Last-Chance-Strohhalm-Rennen ging er von der elften Startposition aus und kam auf diesem Rang auch ins Ziel. Dabei kam er nur als 16. aus der Startrunde zurück, eroberte danach aber Position um Position zurück. Dazu erklärte er: „Leider hatte ich am Start ein Problem mit der Kupplung, weshalb ich gleich zu Rennbeginn einige Plätze verlor. Ich konnte mich aber wieder ein Stück weit nach vorn kämpfen – von daher war es okay und ein versöhnlicher Abschluss des Wochenendes.“

Zum Thema Lernjahr fügte er an: „Es war wieder sehr lehrreich für uns und ich denke, dass wir mit unseren Möglichkeiten wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben. Ins Hauptrennen zu kommen bzw. in dem Fall in die zwei Hautrennen, ist immer sehr, sehr eng. Die Konkurrenz war wieder echt stark. Dafür war es in Ordnung.“
Die nicht wirkliche, aber gefühlte Niederlage beschrieb er so: „Natürlich ist man bei so etwas enttäuscht, aber nur im ersten Moment, weil man sich viel vorgenommen hat. Aber ich muss auch sagen, dass man aus vermeintlichen Niederlagen auch viel lernen kann. Jetzt heißt es abhaken und nach vorn schauen.“

Demzufolge blickt er positiv auf seinen nächsten Aufgaben und versucht nun, bei den letzten beiden Europe-Cup-Rennen vom 25. bis 27. September im ebenfalls spanischen Aragon und/oder beim Finale vom 16. bis 18. Oktober in Misano in Italien den Sprung in die Hauptrennen zu schaffen.
Zuvor steht für ihn noch das „Schaulaufen“ im Moto4 Northern Cup auf dem Programm. Dieses findet als Finallauf am Wochenende 18. Bis 20. September im niederländischen Assen statt, dann im Rahmen der Britischen Superbike Meisterschaft BSB. Dazu reist der zehnfache Saisonsieger (in Folge) als bereits feststehender Champion an und strebt eine Verlängerung seiner einmaligen Siegesserie an.





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